Sonntag, Juli 2nd, 2017

Johan Neeskens 3.33/5 (3)

1. Wenn du zurückschaust auf deine Karriere, welches Erlebnis verfolgt dich noch heute?

Das war der Moment, als ich mit 22 Jahren im WM Final 1974 gegen Deutschland spielen durfte. Wir haben an der ganzen Weltmeisterschaft einen sehr guten Fussball gespielt. So war auch unsere Hoffnung das Finale zu gewinnen sehr gross. Mit dem sehr früh verwerteten Penalty haben wir sehr gut angefangen. Leider haben wir dann aber mit 1:2 verloren. Ich habe zwar viele Titel gewonnen, aber der WM-Gewinn ist meiner Meinung nach am höchsten einzustufen.

2. Ihr habt mit Ajax das Fussballspiel revolutioniert. Warum sind die Niederlande zwischenzeitlich aus den Topteams verschwunden?

Das ist keine grosse Überraschung. Geld hat vieles verändert. Früher drehte sich alles nur um das Spiel. Heute ist Fussball ein grosses Geschäft. Die Spieler spielten früher länger bei ihren Stammvereinen.  Heute wechseln sie bereits nach 6 Monaten den Verein. Das Bosman-Urteil hat alles geändert. Sehr reiche Clubs haben immer nach Talenten gesucht und diese mit riesen Gehältern verpflichtet. So war und ist es für die kleineren Vereine schwierig, mit den Topclubs mitzuhalten. Die niederländischen Clubs können mit den Topclubs (finanziell) nicht mithalten. So wird es  auch sehr schwierig die Talente zu halten.

 

PHOTO: DARIO ZIMMERLI3. Was macht Johan Neeskens seit 2013 und gibt es neue Pläne für 2017/2018?

Ich wünsche meiner Familie und mir Gesundheit. Ich möchte möglichst viel Zeit mit meiner Familie verbringen. Zu den Projekten: Der niederländische Fussballverband KNVB (mit Unterstützung von diversen Organisitionen wie Unicef, Right to Play, etc.) hat das Projekt „Worldcoach“ bereits im Jahr 1997 lanciert. Ich reise für dieses Projekt als Worldcoach in andere Länder wie z.B. Peru, Mexico, Libanon, Brasilien, Kenia, Südafrika. Wir helfen den Jugendlichen sich über das Fussballspiel zu integrieren. Wir erklären den Trainern, wie sie trainieren sollen und was sie sonst noch beachten müssen. Zudem helfen wir den Teilnehmern auch mit den regionalen, politischen und sozialen Problemen klarzukommen. Im Ausland kämpfen die Jugendlichen mit anderen Problemen wie z.B. Krankheiten, Wassermangel oder Religionskonflikten. Wir versuchen den Jugendlichen sogenannte „Life skills“ zu vermitteln. Zudem gibt es oft auch keine Fussballplätze oder Fussbälle zum trainieren. Wir möchten mit unserer Arbeit die Jungen positiv beinflussen, so dass sie später nicht auf der Strasse landen.

November 2017: Dann erscheint mein Photobuch/Biografie in Holland. Das wird eine Photogeschichte über mich als Spieler und Trainer mit über 300 verschiedenen Photos.

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